25 Jahre Greifswalder Sternwarte e.V. (1992 - 2017)
 
Die Astronomie in Greifswald beginnt 1762 mit den Astronomen Andreas Mayer & Lambert Heinrich Röhl. Als frühere Beobachtungsorte und Sternwarten sind verbürgt: das Kloster Eldena, das Graue Kloster im heutigen Pommerschen Landesmuseum, das Wohnhaus von Andreas Mayer in der Martin-Luther-Straße 10 sowie der Pulverturm am Ryck (1775 - 1807). Die heutige Sternwarte auf dem Turm des alten Physikalischen Instituts ging am 12. Juli 1924 in Betrieb, auf Betreiben des Direktors des Physikalischen Instituts Friedrich Krüger. Wichtige historische Beobachtungen in Greifswald: die Venus-Transite 1761 & 1769 sowie 2004 & 2012. Als erstes gesamteuropäisches Forschungsprojekt wurde aus den Beobachtungsdaten im 18. Jahrhundert erstmalig der Abstand Sonne - Erde auf ca. 150 Mio. Kilometer errechnet. Der weitgereisteste Wissenschaftler in diesem Projekt, James Cook, entdeckte bei u.a. Australien.

Der Greifswalder Sternwarte e.V. betreibt, erhält und modernisiert seit dem 29. Juli 1992 das weltweit einzige CARL-ZEISS-Doppelteleskop. Das Doppelteleskop mit parallaktischer Montierung und mechanischer Fliehkraftregelung befindet sich in einer 6 m Holzkuppel mit vertikaler Öffnung, ähnlich wie beim Einsteinturm in Potsdam. Die größte Sternwarte im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern besteht aus einem Linsenfernrohr (200/3000) von 1924 und einem Newton-Spiegelteleskop (400/6400) von 1935. Letzteres ist für die Fotografie von veränderlichen Sternen geeignet und wurde für den bekanntesten Astronom Paul ten Bruggencate angeschafft. Für das direkte Beobachten beeindruckender Sonnenausbrüche (Protuberanzen) kommt während der öffentlicher Beobachtungen das 2016 modernisierte Quantum H-alpha-Filter der Fa. DayStar Filters zum Einsatz. Für den mobilen Einsatz stehen ein MEADE Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop (200/1260) und ein Schulfernrohr "Telementor" (63/840) zur Verfügung.
Dank des Vereinsgründers Prof. Holger Kersten des Greifswalder Sternwarte e.V. und seines Rostocker Kollegen Prof. Manfred Schukowski gibt es heute noch den Astronomieunterricht in den Schulen des Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Im Jahre 2001 erhält der Kleinplanet 10114 (RZ 1992) den Namen "Greifswald" durch seine Entdecker Lutz Schmadel und Freimut Börngen. 2013 wird durch Anneliese Schnell aus Wien bekannt, dass auch der Kleinplanet 496 (1902 KH) mit dem Namen "Gryphia" auf Greifswald verweist. Damit ist Greifswald eine der wenigen Städte, die zwei Kleinplaneten aufweisen kann! Mit dem auf € 500 dotierten Johannes-Conrads-Förderpreis möchte der Verein die Herzen und den Verstand des Nachwuchses für die Astronomie & Raumfahrt gewinnen. Der letzter Gewinner Tim Brandt aus Kiel ist heute Doktorand am DLR Bremen.
Der mit € 555 dotierte Mayer-Röhl-Ehrenpreis als höchste Vereinsauszeichnung wurde im Jahre 2017 an Dietmar Fürst und sein Team vergeben, für ihr Lebenswerke beim 38 Jahre währenden Wiederaufbau der ältesten mecklenburgischen Sternwarte in Remplin bei Rostock. Durch ihre Arbeiten stehen seit über 200 Jahren erstmals wieder Sonnenbeobachtungen für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Rempliner Sternwarte gehörte im 18./19. Jahrhundert zu den modernsten Europas.

Interessenten der Astronomie können sich in der Regel am 2. Donnerstag im Monat in der Arbeitsgemeinschaft Astronomie mit Gleichgesinnten des äußerst aktiven Vereins treffen.

Aktuell größtes Projekt: Die € 200.000-Generalrestaurierung bis zum 100. Jubiläum im Jahre 2024.
Fördermitgliedschaften & Spenden für den gemeinnützigen Verein sind gegen Spendenquittung herzlich willkommen!

Die Sternwarte ist heute in der Regel jeden 1. & 3. Donnerstag im Monat geöffnet.
Führungen nach Vereinbarung sind ab € 35,00 möglich.